Interview mit Max von Theben

„Mein aktuelles Stück ist positiv, lebensbejahend und saukomisch. Eine Homage an das Leben, die Familie und die Psychotherapie.“

von Marius Braunmüller

 

Von Theben über sein neues Stück „Zitronen sind süße Früchte“, die Auszeichnung mit dem Ellinor Holland Kunstpreis in der Kategorie Nachwuchs und politische Bildungsarbeit gegen rechts. 

 

Max von Theben über sein sechstes Theaterstück „Zitronen sind süße Früchte“

 

Max, das neue Stück heißt Zitronen sind süße Früchte. Was bedeutet der Titel und worum geht’s?

 

Es geht um einen skurrilen Familientrip. Eine Familie muss es miteinander aushalten und bleibt stecken. Was dann folgt ist mehr oder weniger eine Familientherapie. Wir geben uns Mühe das Ganze ultrakomisch und überspitzt zu gestalten. Der Titel löst sich am Ende des Stückes auf, eigentlich geht es um ein Musikstück, das Projekt Randerscheinungen zum ersten Mal produziert. Mehr will ich nicht verraten.

 

 

Geht ihr jetzt unter die Musiker?

 

Das Zauberwort: Emanuel Kasprowicz. Er ist Musiker, Musicaldarsteller und Tänzer. Er hat einen Song extra für das Stück geschrieben. Ich durfte Co-Schreiben. Das hat mir unglaublich viel bedeutet. In Zukunft planen wir das audiovisuelle Projekt Mandragora weiter auszubauen. Dafür wird ein ganzes Album produziert werden.

 

Da kann man gespannt sein. Apropos Mandragora. Ihr wurdet 2018 für Mandragora mit dem Ellinor Holland Kunstpreis in der Kategorie Nachwuchs ausgezeichnet. Was bedeutet dir die Auszeichnung?

 

Unbeschreiblich viel. Vor allem für die Themen. Es hebt das Projekt und seinen Anspruch, sich auf kreative Art und Weise mit LGBTQI Themen auseinanderzusetzen, auf ein ganz anderes Niveau und erkennt diese Leistung und jahrelange Mühe an. Das Thema war „Ungewöhnlich – in jedem Format“. Das passt zu Projekt Randerscheinungen. Wir lassen uns in keine Schublade einordnen.

 

Inwiefern ist Projekt Randerscheinungen denn politisch?

 

Kunst ist für mich politisch. Sie greift aktuelle Themen oder Missstände auf, aber nicht nur: Sie will auch unterhalten. Projekt Randerscheinungen auch: Zum einen wollen wir uns sichtbar in der gesellschaftlichen Mitte machen und unterhalten und setzen uns immer mit gesellschaftskritischen Themen auseinander. Ich gebe mir beim Stücke schreiben große Mühe kontrovers zu sein.

Es geht stark um die Betroffenen in unserer Gruppe: Sie sollen eine Bühne bekommen für ihre Themen und sich durch diesen Austausch in der Gruppe empowern.  Konkret wurde es bei der Ausstellung „Mensch du hast Recht(e)!“ in Kooperation mit der Bildungsstätte Anne Frank 2018, mit der wir uns klar gegen rechts einsetzten.

 

Jetzt ist das aktuelle Stück eine Komödie, ist es dir auch hier gelungen gesellschaftskritisch zu arbeiten?

 

Definitiv. In Komödien und Satiren kann man viele Themen so richtig durch den Kakao ziehen. Beim jetzigen Stück sind es Themen wie Leistungsdruck, Perfektionismus, Ernährungswahn oder das Outing.

 

Wie lange hat deine Arbeit an dem aktuellen Stück gedauert?

 

Zwei Jahre. Die Idee für das Stück hatte ich aber schon 2015. Zwei Jahre habe ich alles gesammelt und aufgeschrieben. Das Ordnen und der Fließtext entstehen dann meist in einem Zeitfenster von einem halben Jahr. Am Ende wird korrigiert.

 

Worauf freust du dich dieses Mal am meisten bei diesem Stück?

 

Auf die Arbeit mit einem kleineren Ensemble. Die Charaktere werden wir sehr genau ausarbeiten. Auf die Darsteller und Darstellerinnen freue ich mich. Darauf, wie sie die Geschichte zum Leben erwecken. Und auf das Publikum. Das Stück ist sehr positiv und lebensbejahend. Stark beeinflusst von der Positiven Psychologie und doch hat es seine ernsten Seiten: der Umgang mit dem Scheitern, mit  Trennungen und Ängsten. Aber es ist ein Stück aus dem man gestärkt herausgeht. Eine klare Linie, lustig. Anders als Badehaus Boudoir, in welchem ich auf solche theaterwissenschaftlichen Formalitäten überhaupt keinen Wert gelegt habe. Aber keine Angst, ganz klassisch sind wir ja nie. Und bitte (er lacht) versuchen sie nicht, Projekt Randerscheinungen über wissenschaftliche Kriterien zu verstehen.

 

Tickets für Zitronen sind süße Früchte gibt es ab sofort im Stadttheaterbüro Landsberg (auch online) und Reisebüro Vivell. https://www.stadttheater-landsberg.de/programm/zitronen-sind-suesse-fruechte-satirische-komoedie/