Countdown – Interview mit Angelika alias Elli

 

von Dagmar Kübler 

 

Am 22. September 2019 geht das neueste Theaterstück von Projekt Randerscheinungen an den Start – Zitronen sind süße Früchte.

In loser Reihenfolge stellt Projekt Randerscheinungen die Hauptdarsteller vor. Heute: Angelika Engl.

Angelika Engl, 57, zahnmedizinische Angestellte aus Landsberg, spielt Elli Ernst. Elli hieß einst Fröhlich und war verheiratet mit Siggi. Nach der Scheidung hat sie ihren Mädchennamen wieder angenommen. Elli ist zwanghaft und verklemmt, eben alles andere als locker. Und Angelika Engl?

 

Frau Engl, wieviel haben Sie mit Elli Ernst gemeinsam?

Nichts! Ich bin sportlich, aber nicht zwanghaft. Ich habe es gern sauber und ordentlich, bin aber nicht pedantisch. Und das wichtigste: Ich habe eine positive Lebenseinstellung, bin lebensfroh, gelassen und zufrieden.

 

Gibt es gar keine Gemeinsamkeiten?

Doch. Wie Elli bin auch ich geschieden und alleinerziehend. Aber das hat mich nicht zwanghaft und gestresst gemacht.

 

 

Auch bei „Gott der Träume“ spielten Sie die alleinerziehende Mutter.

Ja, das stimmt. Damals habe ich zum ersten Mal Theater gespielt. Maximilian Huber wollte mich unbedingt auf der Bühne haben und hat immer gesagt: „Du kannst das!“ und da habe ich es ausprobiert. War eine tolle Erfahrung und ich habe viel positives Feedback bekommen.

 

 

 

 

Wie ist das bei Ihnen mit dem Lampenfieber?

Ich sterbe jedes Mal, wenn ich da raus muss. Viele kennen mich, da will man nicht versagen. Ich vermute, es wird auch heuer so sein, denn ich bin bereits jetzt während der Probenzeit schon nervös.

 

Warum ist Elli so zwanghaft und gestresst?

Sie bürdet sich zu viel auf, will allen helfen, insbesondere ihrem selbstmordgefährdeten Bruder. Ihre Tochter hat sehr unter ihrem Magerwahn gelitten. Dennoch lieben sich die beiden. Insbesondere Siggis Midlife Crisis haben bei ihr Neurosen ausgelöst. Sie will noch etwas wert und attraktiv sein, verwirklicht sich mit Sport und ihrem Blog, rutscht dabei aber in die zwanghafte Schiene.

 

Wie bereiten Sie sich auf Ihre Rolle vor?

Gleich morgens wenn noch Ruhe ist und der Kopf aufnahmefähig, nehme ich mein Textscript in die Hand, am liebsten auf der Terrasse mit Blick in den Garten. Richtig gut sitzt der Text aber erst, wenn zum Sprechen Bewegung, Gestik und Mimik dazukommen. Deshalb sind die Proben so wichtig.

 

Wie kommen Sie mit den anderen Schauspielern aus?

Wir sind eine gute Truppe, alle kennen sich, insbesondere meinen Gegenspieler Siggi, also Norbert Waldmann, kenne ich schon seit 40 Jahren. Zwischen uns besteht Vertrautheit, so können wir uns im Stück problemlos Gemeinheiten an den Kopf werfen, ohne etwas persönlich zu nehmen.

 

Ihre Meinung zu Regisseur Maximilian Huber?

Maxi ist ein guter Regisseur, er fordert, ist aber geduldig. Er bringt die Leute an ihre Grenzen, ist ein Perfektionist!